#5 Im Dschungel der Gedanken

Manchmal ist es nicht ausreichend eine bestimmte Gewohnheit zu beobachten und sich ihr mit Achtsamkeit zuzuwenden. Das reine Gewahrsein mag uns auf unsere innere Unruhe und die immer wiederkehrenden Gedankenmuster aufmerksam machen, sie mag sogar im entsprechenden Moment eine gewisse Erleichterung bringen, aber da es keinem gelingen kann sich ununterbrochen mit Achtsamkeit dem Denken zuzuwenden, müssen wir eine weitere Möglichkeit erkunden, Frieden in unsere Gedanken zu bringen.

Wiederkehrende Gedanken werden oftmals von der Energie der Gewohnheit angetrieben. Es gilt nun mit dieser Gewohnheitsenergie zu arbeiten. Oftmals sind die Auslöser für das Ausufern von Sorge, Zweifel, Unruhe, etc. immer die selben. Mit der Zeit werden wir uns bewusst werden, in welchen Situationen wir immer wieder in die Falle tappen. In diesen Momenten geht es darum so viel Energie und Willen aufzubringen, dass wir den Entschluss fassen können, dieses Mal einen anderen Weg einzuschlagen. Das wird oftmals dadurch erschwert, dass uns die Gedanken sehr glaubhaft vermitteln werden, dass sie gedacht werden müssen. Lediglich die Erfahrung, dass uns dies etliche Male zuvor keine Linderung verschafft hat, wird uns davon abhalten wieder dem Weg der Gedanken zu folgen.

Was können wir stattdessen tun? Fieberhaftes Denken kann und soll nicht durch Denken über das Denken ersetzt werden. Es geht darum mit ganz einfachen Mitteln wieder zu einem Geisteszustand der Ruhe und Klarheit zurückzukehren. Wir brauchen daher ganz einfache sinnliche Reize, die unseren Geist genug beschäftigen, um uns ihnen kontinuierlich zuzuwenden, die den überhitzten Zustand aber nicht weiter anheizen. Was gibt uns solchen Halt?

Es sind die ganz einfachen Wahrnehmungen durch die Sinne:

  • Konzentration auf die Hände: Was fühle ich dort? Welche verschiedenen körperlichen Empfindungen kann ic dort wahrnehmen? Welchen Kontakt zu anderen Körperteilen spüre ich? Wie steht es um Hitze / Kälte?
  • Konzentration auf den Atem: Kann ich meinen Körper mit dem Atem nähren und entspannen? Den Ein- und Ausatem von Ansatz bis Ende begleiten, die langen und kurzen Pausen wahrnehmen? Kann ich auf eine Weise Atmen, die mir Linderung verschafft? Welche Qualität – lang, kurz, sanft, energetisch – brauchen Körper und Geist jetzt gerade?
  • Wahrnehmung der Umgebung: Was kann ich alles hören? Gibt es Geräusche aus der Natur – Wind, Tiergeräusche, Wasser – auf das ich mich konzentrieren kann?
  • Wahrnehmung des Gehens: Kann ich auf- und abgehen und mich auf den Kontakt der Füße mit dem Boden konzentrieren? Kann ich mit jedem Schritt etwas an den Boden abgeben? Kann ich mich auf den wiegenden Rythmus konzentrieren?

Es geht bei keiner der Übungen darum etwas „Besonderes“ zu erfahren oder eine bestimmte Einsicht zu gewinnen. Es geht darum das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Herz wieder herzustellen, in dem wir uns ganz dem Fokus auf eine hilfreiche Wahrnehmung widmen. Dies braucht etwas Zeit, der Geist wird sich zu beginn immer wieder melden. Mit einer gewissen Bestimmtheit können wir ihn aber nach und nach besänftigen.

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