#4 Im Dschungel der Gedanken

Gedanken beschäftigen den Geist. In der Regel orten wir diesen in unserem Kopf. Wenn wir also grübeln, planen, uns sorgen oder einen Ärger hegen, dann sind wir lediglich für einen Bruchteil unseres Körpers präsent: den Kopf. Alle anderen Körperteile nehmen wir nicht war, oder blenden sie sogar aus, weil uns eine vermeindliche Dringlichkeit befiehlt im Denken zu bleiben.

Daher möchte ich heute eine einfache aber wirkungsvolle Übung vorschlagen, die dabei helfen kann, den Körper wieder als ganzes wahrzunehmen, um eine Pause im Denken zu schaffen.

  • Da durch das engagierte Denken meist viel Energie vorhanden ist, kann es hilfreich sein im Stehen zu meditieren.
  • Stehe mit leicht gebeugten Knien und spüre das Gewicht deines Körpers in den Füßen. Löse Po- und Armmuskulatur, bringe die Schultern zurück. Entspanne die Vorderseite des Körpers, insbesondere den Bauchraum. Löse die Muskulatur in den Kiefern und rund um die Augen.
  • Gehe nun immer wieder der Reihe nach durch diese Bereiche des Körpers: Füße – Knie – Gesäß – Bauch – Arme und Hände – Schultern – Kiefern – Augen. Wie spüren sie sich an, was sind die unmittelbaren körperlichen Empfindungen in diesen Bereichen? Welche körperlichen Signale zeigen dir, dass es diesen Körperteil gibt: Ziehen, Pulsieren, Klopfen, Weich, Hart, Fest, Weit, etc. Versuche Konzepte der Bereiche loszulassen und in die reine Wahrnehmung des Körpers einzutreten.
  • Gib dir für diese Entdeckung Zeit: der unruhige Geist wird noch einige Zeit wieder und wieder versuchen das Thema, das ihn beschätigt aufzugreifen. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Meditation „nicht funktioniert“. Die geistige Unruhe wird sich setzen wie Sand in einem Wasserglas – mit der Zeit wird das Wasser klar.
  • Wenn die Empfindungen am Anfang schwach sind oder ein Gefühl der Taubheit auftritt, wende dich der Stelle mit Neugierde und Geduld eine Weile zu. Wie einem scheuen Tier, das sich erst nach und nach anvertrauen wird. Praktiziere mit anderen Bereichen und komm immer wieder einmal an dieser Stelle vorbei, um nachzusehen, was sich verändert hat.

Den Körper auf diese Weise zu erkunden braucht regelmäßige Übung und sollte nicht auf eine klassische Meditation beschränkt werden, sondern im Alltag jederzeit herangezogen werden. Wie fühlen sich meine Füße an, während ich am Frühstückstisch sitze? Was geht im Schulterbereich vor, während ich Auto fahre, oder in meinem Bauchraum, während ich mich mit den Kollegen unterhalte? Eine kontinuierliche Rückkehr in den Körper, ein anhaltendes Zwiegespräch gibt uns die Möglichkeit uns vom Denken zurückzuziehen und zu entspannen.

Bei Fragen oder zum Austausch von Erfahrungen, kannst du mir gerne schreiben: lebenimdharma@gmail.com.

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