Die Gefahren der Komfortzone

Gemütlich – Geborgen – Vertraut – Angenehm – Sicher

Klingt ansprechend?

Der Raum in dem wir uns sicher und geborgen fühlen, in dem wir das Gefühl haben das Geschehen unter Kontrolle zu haben und in dem uns Stress und Ängste nicht zu erreichen vermögen, diesen Raum nennen wir „Komfortzone“.

Das Problem mit dieser Komfortzone ist, dass sie mit sehr genau definierten Grenzen daherkommt. Wir benötigen ganz bestimmte materielle Dinge um uns wohlzufühlen. Wir sind an eine bestimmte Essensweise, finanzielle Absicherung, bekannte Umgebungen und unseren Lebensstil gewöhnt. Und auch auf der nicht materiellen Ebene sind es Gewohnheiten, die unser Wohlbefinden bestimmen: Bestimmte Aufgaben, Weltansichten, Rollen und ein Selbstverständnis müssen präsent sein, damit wir uns in Sicherheit fühlen.

Außerhalb dieser Komfortzone erscheint die Welt fremd, unwirtlich und mitunter sogar feindselig. Also werden wir uns ganz instinktiv von dieser Welt zurückziehen und dafür sorgen, dass wir in Sicherheit sind. Macht Sinn, nicht wahr?

Wenn wir eine tatsächliche Grenze zwischen unserem Wohlbefinden und der Welt ziehen könnten, würde es das vielleicht. Das Leben lässt sich allerdings von den von uns errichteten Schutzmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen nur wenig beeindrucken. Wieder und immer wieder sehen wir, wie fragil unser Wohlbefinden ist und von einem Tag auf den nächsten hinweggeblasen werden kann. Oft reagieren wir darauf mit der Tendenz uns noch mehr abzusichern, noch mehr unbekannte Variablen auszuschließen uns noch mehr zurückzuziehen. Kurzum, es wird eng und enger um uns.

Wenn wir nicht die Sinnlosigkeit in unserem Bestreben nach Sicherheit erkennen, werden wir wieder und immer wieder auf das Unangenehme in unserem Leben mit Ärger, Wut, Verzweiflung und Gier reagieren. Wir werden der Bequemlichkeit einen Platz einordnen, der ihr nicht zusteht und der uns am Ende die Luft zum Atmen nimmt, alles Spontane und Neue mit Misstrauen betrachtet und die Lebensfreude auf ein Minimum dimmt.

Was sonst können wir tun?

Wir können akzeptieren, dass dieses menschliche Leben unangenehme Überraschungen für uns bereithält. Was passiert mit uns, wenn wir Krankheit, Alter, Tod, Verlust und unangenehme Erfahrung als Teil des menschlichen (Er-)Leben annehmen? Wenn wir inder Tiefe annehmen, dass es keinen Umweg und keinen Ausweg gibt? Wenn wir akzeptieren, dass kein Bestreben und keine Willensstärke, kein Kämpfen und kein Verstecken dieses Leben zu einem ausschließlich angenehmen Leben machen können?

Wenn es ohnehin nichts zu verlieren und zu verteidigen gibt – Bleibt dann lediglich die Verzweiflung oder entsteht vielleicht auch Raum für Freiheit und Mut? Was würde sich in unserem Leben ändern – wie würden wir leben wollen?

 

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