Aus der Gedankenfalle

Denken und Gedanken sind allgegenwärtig in unserem menschlichen Erleben. Durch das Netz schwirrt die Zahl von 70.000 Gedanken pro Tag, was einen Gedanken in der Sekunde bedeuten würde. Beobachtet man den eigenen Geist, so kann man zumindest bestätigen, dass wir viel denken. Eine selten unterbrochene Kette aus Gedankenperlen.

Gedanken an sich gehören zum Mensch sein. Doch wie alle Instrumente, die uns zur Verfügung stehen, können wir sie zu unserem Nutzen oder unserem Schaden einsetzen. Gedanken können sich zur Mustern und Gewohnheiten formen, die uns Unruhe, Rastlosigkeit, Zweifel und im Extremfall sogar Verzweiflung bringen. Wann? Immer dann, wenn wir glauben, dass die Lösung für unsere Angst, unsere Wut, unsere Konflikte und unsere Sorgen darin liegt noch mehr darüber nachzudenken.

Unser Geist ist ein geübter Problemlöser. Fühlen wir uns nicht wohl, geht er zu dem über, was er am besten kann: Er macht sich daran das Problem zu lösen. Im Idealfall ist es so einfach: Problem – Lösung – Erleichterung. Wie oft aber können wir die vermeindliche Lösung nicht unmittelbar umsetzten? Wie oft setzen wir die vermeindliche Lösung unmittelbar um, und sind erstaunt darüber, dass es nicht wirkt, wie wir uns es erhofft hatten? Und wie oft werfen wir den Problemlösungsautomat dann wieder und wieder an, machen Plan A, B, C […] X und wiederholen diese in einer Endlosschleife?

Wie sehr vertrauen wir in die Fähigkeit unseres Geistes all unsere Probleme durch denken und wieder darüber nachdenken zu lösen. Es liegt ein Gefühl der Sicherheit und Kontrolle in diesem Denken.

ego cogito, ergo sum, „Ich denke, also bin ich“ (Descartes)

Oft aber hindert uns das Denken, dieses Ruhelose, Rastlose, am Sein. Was würde geschehen, wenn wir anstatt eine weitere Lösung zu suchen, uns dem Erleben des Unangenehmen zuwenden? Es herausschälen aus all unseren Gedanken darüber, wie etwas zu sein hätte, oder ist und es spüren. Mit den Sinnen, die wir haben, mit den Empfindungen.

Wir brechen aus aus der Spirale aus Denken mehr Denken zu generieren,  indem wir lernen mit dem zu sein, was gerade ist. Sei es angenehm oder unangenehm. Wir sehen, dass selbst die unangenehmste Empfindung kommt – bleibt – geht. Und wir sie durch ein Gedankenkonstrukt und ein weiteres Konzept nur an uns binden und viel länger festhalten, als es nötig ist. Und uns damit Schmerzen bereiten, die nicht notwendig sind.

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