Dem Herzen folgen

Was ist der Unterschied zwischen einem Projekt der Selbstoptimierung und -verbesserung und dem Wunsch glücklich zu sein?

Das erste geht einher mit „Ich muss“, „Ich sollte“. Die Stimme, die uns das befiehlt ist hart, lieblos, anpeitschend und unverzeihlich. Ganz deutlich wird dies, wendet man den Blick auf den jetzigen Zustand. Wie steht es um die Freundschaft mit sich selbst? Die Freundschaft mit sich selbst wird auf ein vages „Übermorgen“ vertagt, an dem man hofft eine bessere Version seiner selbst geworden zu sein, mit der man schließlich und endlich seinen Frieden machen kann.

Sollte man also alle Bestrebungen sich zu verbessern über Bord werfen?

Ja und nein. Sich selbst verbessern ist ein mühsiges Projekt. Es kennt kein Ende und keine Definition. Viel zu schwammig und im ständigen Wechsel begriffen ist dieses „Selbst“. Ebenso wie das „verbessern“ – wer verbessert was? Bin ich mit einem Mal zwei Entitäten, die eine, die wieder und wieder Fehler macht und die andere, die kritisch und wertend der ersten gegenübersteht? Schmerzhaft ist diese innere Spaltung und mit großer Spannung und Leid verbunden.

Wie also kann dieser andauernde Ringkampf zwischen dem fehlerhaften „Ich“ und dem kritischen „Ich“ überwunden werden?

Sprechen wir nicht von verbessern, von Fehlern und einem „idealen Selbst“. Sprechen wir von Samen, von Potentialen und Qualitäten, die wir kultivieren können. Wir haben in uns alle Anlagen für hilfreiche und nicht hilfreiche Fähigkeiten. Wir tragen die Liebe wie die Grausamkeit, das Mitgefühl wie auch die Wut in uns. Und wir fällen in jeder Minute jeder Stunde Entscheidungen. Je nach Grad unserer Achtsamkeit treffen wir diese Entscheidungen mehr oder weniger bewusst.  Die Intention, die diesen Entscheidungen vorangeht, ist das Wasser, mit dem wir unsere Qualitäten nähren. Was uns selbst und unseren Mitmenschen Herzensfrieden, Ruhe, Unbeschwertheit, Sicherheit und Freundlichkeit bringt, das sind jene Qualitäten, die wir nähren möchten. Können wir uns dafür wieder und wieder entscheiden? Können wir unser Handeln und Tun an der tiefen Sehnsucht nach Frieden, Liebe und Unbeschwertheit ausrichten?

Dann spielt das was wir werden keine Rolle. Wir brauchen kein Ziel vor Augen, sondern sind bereits was wir ersehnen in jeder unserer Entscheidungen.  Damit wird der Alltag selbst in den ganz kleinen Dingen zu einer spirituellen, bedeutungsvollen Angelegenheit.

Der Kompass ist der Herzensfrieden. Verlassen wir uns auf unser Herz.

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